Dachs-BHKW: Das Ertragspotenzial voll ausnutzen

Shyft-Team ·

Blockheizkraftwerke von Senertec (Dachs) haben in den letzten Jahren ein zunehmendes Schattendasein gefristet. Dabei sind sie das perfekte Heizsystem, wenn sie in Verbindung mit dynamischen Stromtarifen und der Direktvermarktung von eingespeistem Strom durch Shyft betrieben werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Shyft ist nach unserem Kenntnisstand das einzige Energiemanagementsystem, das Senertec-BHKW (Dachs) in ein Optimierungsmodell einbindet.
  • Dafür genügt ein digitaler An-Aus-Schalter, zum Beispiel von Shelly, sowie Temperatursensoren für Pufferspeicher und Gebäude.
  • Der Dachs läuft dann, wenn Strom teuer ist, speist die Überschüsse ein und pausiert, wenn Netzstrom günstig ist.
  • An Spitzentagen wie dem 12.12.2024 bringen fünf Laufstunden rechnerisch rund 14 € Ergebnis. Solche Tage sind aber selten, das rechnen wir unten offen vor.

Der Dachs wird digital

Ein Dachs ist von Haus aus ein „stures“ Gerät: Er läuft nach Wärmebedarf und wird nicht nach Strompreisen gesteuert. Genau das lässt sich ändern. Mit einem einfachen digitalen An-Aus-Stromschalter, beispielsweise von Shelly, wird der Dachs digitalisiert und kann von Shyft ein- und ausgeschaltet werden. Weitere benötigte Daten wie die Temperatur im Pufferspeicher oder im Gebäude liefern externe Sensoren leicht zu.

Ist der Dachs eingebunden, kann Shyft ihn auf verschiedene Arten betreiben:

  • als einzige Heizung des Hauses,
  • bivalent zusammen mit einer weiteren Heizung, typischerweise einer Wärmepumpe,
  • in Kombination mit einer PV-Anlage, einem Speicher und einer Wallbox.

Die Winterlücke der PV-Anlage schließen

Die PV-Anlage ist im Sommer stark: Sie sorgt für Warmwasser und für Stromerträge. Im Winter gehen die Erträge dagegen stark zurück, und eine vorhandene Wärmepumpe muss mit teurem Netzstrom betrieben werden. Genau hier löst der Dachs das große Manko der PV-Anlage: die fehlenden Stromerträge im Winter.

Besitzer eines Dachs können in Kombination mit Shyft nun nicht nur diese teuren Strompreise vermeiden und ihren Strom im Winter selbst erzeugen. Sie können ihn in den teuren Stunden auch noch über eine Direktvermarktung einspeisen.

Warum das jetzt möglich ist: Direktvermarktung für kleine Anlagen

Seit die Bundesregierung für neue PV-Anlagen die Kombination mit Direktvermarktungstarifen fordert, sind die ersten Tarife auch für Besitzer kleinerer Anlagen verfügbar. Mehrere davon lassen sich auch für den Dachs nutzen. Prüfe bei deinem Anbieter die Konditionen, vor allem Vermarktungsentgelt, Mindestlaufzeit und Messkonzept.

Wird der Dachs gesteuert betrieben, nutzt er die Pufferfähigkeit von Pufferspeicher und Heizungssystem aus. Er läuft dann so, dass er in den teuersten Stromstunden Überschüsse produziert, die ins Netz eingespeist werden.

Rechenbeispiel mit echten Börsenpreisen

Wir haben die Day-Ahead-Börsenpreise der Winterhalbjahre 2024/25 und 2025/26 ausgewertet (Quelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de, CC BY 4.0, abgerufen über Energy-Charts). Die Beispielanlage:

Annahme Wert
Elektrische Leistung 4,5 kW
Thermische Leistung 15 kW
Gesamtwirkungsgrad 90 %, also rund 21,7 kW Gas
Gaspreis (Annahme) 10 ct/kWh
Abzug des Direktvermarkters (Annahme) 1,5 ct/kWh
Laufzeit 5 Stunden pro Tag, in den teuersten Stunden

Pro Betriebsstunde kostet der Dachs 2,17 € Gas. Die erzeugten 15 kWh Wärme ersetzen aber 16,7 kWh Gas im Heizkessel, das sind 1,67 € Gutschrift. Die 4,5 kWh Strom kosten damit netto nur etwa 0,50 €, also rund 11 ct pro kWh. Mit dem Abzug des Direktvermarkters liegt die Schwelle, ab der sich die Einspeisung rechnet, bei einem Börsenpreis von etwa 12,6 ct/kWh.

Beispieltag 12.12.2024: Spitze bei 93,6 ct

Am 12.12.2024 stieg der Börsenpreis um 17 Uhr auf 93,6 ct/kWh, sechs Stunden lagen über 60 ct. Ein von Shyft gesteuerter Dachs läuft in den fünf teuersten Stunden:

Uhrzeit Börsenpreis Erlös bei 4,5 kWh
08–09 Uhr 65,6 ct 2,88 €
15–16 Uhr 66,8 ct 2,94 €
16–17 Uhr 81,9 ct 3,62 €
17–18 Uhr 93,6 ct 4,14 €
18–19 Uhr 67,4 ct 2,97 €
Summe Einspeiseerlös 16,55 €
Gaskosten (5 Stunden) −10,83 €
Wärmegutschrift (75 kWh Wärme) +8,33 €
Ergebnis des Tages +14,05 €

Börsenstrompreis am 12.12.2024 pro Stunde. Die fünf Laufstunden des Dachs sind grün markiert. Börsenstrompreis am 12.12.2024: Der Dachs läuft in den fünf teuersten Stunden und produziert über dem Break-even von etwa 12,6 ct.

Weitere Tage mit Preisspitzen

Tag Höchster Stundenpreis Erlös (5 Stunden) Ergebnis nach Gas und Wärme
12.12.2024 93,6 ct 16,55 € +14,05 €
06.11.2024 82,0 ct 12,71 € +10,21 €
20.01.2025 58,3 ct 9,50 € +7,00 €
25.11.2025 37,3 ct 7,35 € +4,85 €

Wie oft gibt es solche Spitzen? Die ehrliche Antwort

In den beiden Winterhalbjahren (Oktober bis März) gab es rund 8.780 Stunden. Davon lagen nur 8 Stunden über 60 ct, 4 Stunden über 80 ct und 29 Stunden über 40 ct. Der Winter 2025/26 war deutlich ruhiger: Der höchste Stundenpreis lag bei 40,7 ct. Im Durchschnitt aller Tage kosteten die fünf teuersten Stunden nur etwa 14,5 ct, also knapp über der Schwelle von 12,6 ct.

Daraus folgt: Die Börsenerlöse allein sind im Schnitt moderat. Ein Dachs, der starr jeden Tag von 8 bis 13 Uhr läuft, macht an der Börse im Mittel sogar ein kleines Minus (rund −0,54 € pro Tag). Ein optimiert gesteuerter Dachs liegt im Mittel bei etwa +0,42 € pro Tag, und an den wenigen Spitzentagen deutlich darüber. Was nicht eingerechnet ist: Wartung und Verschleiß je Betriebsstunde sowie eventuelle Zuschläge oder Steuerentlastungen für KWK-Strom.

Der größere Hebel liegt woanders: beim Eigenverbrauch. Strom aus dem Dachs kostet netto etwa 11 ct/kWh. Netzstrom kostet dich im dynamischen Tarif den Börsenpreis plus grob 20 bis 25 ct für Netzentgelte, Abgaben, Steuern und Mehrwertsteuer, je nach Netzgebiet. Wenn du eine Wärmepumpe hast, ist Netzstrom (Arbeitszahl 3 angenommen) erst ab einem Gesamtpreis unter etwa 23 ct/kWh günstiger als Gas im Dachs. Das passiert bei viel Windstrom, wenn der Börsenpreis sehr niedrig ist.

Warum es ein Optimierungsmodell braucht

Genau dieses Zusammenspiel macht den Dachs kompliziert. Es geht um Fragen wie:

  • Wann lohnt sich der Dachs, wann ist Netzstrom für die Wärmepumpe oder den Heizstab günstiger?
  • Wie viel Wärme kann der Pufferspeicher noch aufnehmen, ohne dass der Komfort leidet?
  • Wann fließt PV-Strom in den Speicher, wann in die Wallbox, wann ins Netz?
  • Wann speist der Dachs ein, und wann versorgt er das Haus?

Shyft bindet das BHKW als einziges Energiemanagementsystem in sein Optimierungsmodell ein und steuert damit die komplexen Stromflüsse zwischen PV-Anlage, Wärmepumpe oder Heizstab, BHKW, Wallbox und Speicher. Nur so ist sichergestellt, dass der Dachs tatsächlich optimal läuft: In den teuren Stunden speist er ein, ansonsten versorgt er dich durchgehend mit selbst erzeugtem Strom. Und in sehr günstigen Stunden, etwa bei viel Windstrom und einem Strompreis von nur 20 ct, nutzt Shyft diesen Strom aus dem Netz, statt Gas im BHKW zu verbrennen.

So holst du das Maximum heraus

Optimal ist diese Kombination:

  1. Dynamischer Stromtarif für den Strombezug.
  2. Direkteinspeisetarif (Direktvermarktung) für den erzeugten Strom.
  3. Modul 3 beim Netzbetreiber beantragen, für zeitvariable Netzentgelte bzw. Reduktionen darauf. Das gilt für steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox.
  4. Hardware: Es genügt ein digitaler An-Aus-Schalter, zum Beispiel ein Shelly. Dazu kommen Temperatursensoren für Pufferspeicher und Gebäude, falls noch keine vorhanden sind.

Alle Rechnungen in diesem Artikel sind Beispielrechnungen mit den genannten Annahmen und vergangenen Börsenpreisen. Dein Ergebnis hängt von Gaspreis, Wärmebedarf, Tarifen und Anlage ab. Probiere Shyft am besten selbst direkt kostenlos aus!